
Das Kärntner Brillenschaf ist aus der Kreuzung des alten Landschafes mit dem Bergamasker- und vor allem dem Paduaner Seidenschaf hervorgegangen und war bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges die verbreitetste und auch beliebteste Rasse in der Region Südkärnten/ Friaul/ Slowenien.
1844 erstmals unter dem Namen "Seeländer" erwähnt, wurden aufgrund der vorzüglichen Fleischqualität bis zur Jahrhundertwende jährlich an die 30.000 Tiere dieser Schafrasse nach Paris und bis 1934 auch etwa 14.000 in die Schweiz verkauft.
Von 1938 an versuchte man alle bodenständigen Schafrassen Österreichs über Verdrängungskreuzung mit Bergamasker Widdern zu vereinheitlichen, und nur durch Zufall konnte sich das Kärntner Brillenschaf in kleinsten Beständen erhalten.
Das Kärntner Brillenschaf ist ein kräftiges, mittelgroßes, weißes Schaf mit stark geramsten, unbewollten Kopf und mittellangen Hängeohren. Seinen Namen hat es durch schwarze Flecken (Brillen) um die Augen, wobei Pigmente auch an den Ohren und gelegentlich am Rumpf sowie an den Lippen auftreten.
Die Qualitäten wie würziger Fleischgeschmack (das Fleisch kennt keinen typischen Beigeschmack nach „Schaf“) und geringer Fettansatz des Fleisches, hohe Fruchtbarkeit, feine Wollqualität, guter Mutterinstinkt und Leichtfüttrigkeit waren in der Vergangenheit sehr geschätzt und gewinnen wieder zunehmend an Bedeutung.
Der „Verein der Kärntner Brillenschafzüchter/Alpen-Adria“ führt ein österreichweites Herdebuch via Internet und arbeitet dabei sehr eng mit dem Landesschafzuchtverband Kärnten zusammen. Ein Interreg-Projekt ist in Umsetzung, dabei gibt es auch eine enge Kooperation mit Slowenien, Bayern und Südtirol.